
Balak
für die Woche bis zum 14 Tamuz 5757; 18 & 19 Juli 1997
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Inhaltsangabe
Balak, der König der Moabiter ist in großer Furcht
vor den Kindern Israel. Er beordert Bileam, einen nahmhaften
Magier, einen Fluch auf sie zu legen. Haschem erscheint Bileam
und gebietet ihm, dies zu unterlassen, doch Bileam ignoriert die
Warnung. Auf dem Wege vertritt ein Malach (Engel, Bote G-ttes)
seiner Eselin den Weg. Unfähig, seinen Zorn zu beherrschen,
schlägt Bileam das Tier bei jedem Male, da dieses stehen
bleibt, oder einen Umweg einschlagen möchte. Die Eselin
beginnt auf wundersame Weise zu sprechen, Bileam fragend, weswegen
er sie schlage. An diesem Punkt erlaubt Haschem Bileam, des Engels
gewahr zu werden. Der Engel instruiert Bileam, was er über
das Jüdische Volk sagen darf und was nicht. Als Bileam eintrifft,
findet er König Balak sorgfältige Vorbereitung treffend,
in der Hoffnung, Bileam würde mit den geplanten Flüchen
erfolgreich sein. Dreimal unternimmt es Bileam, das Jüdische
Volk zu verfluchen und, dreimal kommt stattdessen ein Segen über
seine Lippen. Balak erkennt, daß Bileam versagte, und sendet
ihn in Schmach zurück. Die Kinder Israel fangen an, mit
den moabitischen Frauen zu sündigen und die moabitischen
Götzen zu verehren, und werden daher mit einer Pest gestraft.
Einer der jüdischen Anführer sündigt mit einer
midianitischen Prinzessin schamlos unter den Augen Mosches und
des Volkes. Pinchas, ein Enkel Aharons, ergreift einen Speer
und tötet beide Sünder. Dies gebietet der Pest Einhalt,
wenn auch bereits 24 000 Menschen an ihren Auswirkungen starben.
Kommentare
"Des Morgens stand Bileam auf und sattelte seine Eselin."
(22:21)
Wann immer die anderen Nationen eifrig materiellen Gewinn verfolgen,
ist g-ttliches "Mißfallen" gegen die Jüdische
Nation erweckt, da sie nicht vergleichbare Energien geistigen
Beschäftigungen widmet. Hier sehen wir, daß Bileam,
ein bedeutender Prophet, seinen Esel sattelt. Für gewöhnlich
wäre diese Handlung unter seiner Würde. Seine Absicht
war, die Energie, mit der er seine Aufgabe erfüllte, gegen
den Mangel an Enthusiasmus des jüdischen Volkes, Haschems
Tora zu erfüllen, hervorzuheben, und dadurch Haschems Mißfallen
gegen sie zu erwecken. Awrohom jedoch hatte bereits vorher eine
Handlung begangen, die seinem Plan entgegenwürken würde.
Er sattelte selber seinen Esel, um Haschems Gebot auszuführen,
seinen Sohn zu opfern. Dieser Ausdruck von Enthusiasmus diente
dem Jüdischen Volk als ein besonderes Verdienst und glich
somit Bileams verderblichen Plan aus.
(Row Mosche Feinstein)
"Da wich die Eselin vom Wege ab und und lief ins Feld."
(22:23)
Die Tora nennt drei Begebenheiten, an denen das Tier Ungehorsam
gegen Bileam zeigte (22:23, 24, 26). Jede dieser drei representiert
eine Sprosse auf der Leiter der Verfehlungen. Die erste Stufe:
In den frühen Stadien ist es noch relativ einfach, sich von
seinen Verfehlungen abzuwenden. Die zweite Stufe: Wenn der Sünder
in seinen Wegen verharrt, wird es jedoch zunehmend schwieriger
für ihn, sich von seinen Handlungen abzukehren - "eine
Wand an dieser und an jener Seite". Die dritte Stufe: Im
letzten Schritt büßt er sein Recht, eine bewußte
Wahl zu treffen, vollständig ein - "da war kein Raum,
sich nach rechts, oder links zu wenden". Die Handlung Bileams,
seine Eselin für die Torpedierung seines Planes, zu schlagen,
steht für jene Menschen, welche im Zorn reagieren, wenn andere
versuchen, sie von Abwegen fernzuhalten.
(Jalkut Lekach Tow)
"Da öffnete Haschem der Eselin den Mund, und sie
sprach zu Bileam..." (22:28)
Der Talmud berichtet, daß die Eselin Bileam mit Anschuldigungen
bedachte, welche ihn in der Gegenwart von Balaks Würdenträgern
erniedrigten; jedoch machte er zu keiner Zeit den Versuch, sie
zu bestreiten. Der Midrasch zitiert die Unfähigkeit Bileams,
etwas zu erwidern, als eine lehrreiche Lektion für die gesamte
Menschheit. Am Tage des letzten Gerichtes wird Haschem alle Menschen
dafür zur Verantwortung ziehen, nicht ihre geistigen Verpflichtungen
erfüllt zu haben. So wie Bileam nicht in der Lage war, den
Beschuldigungen seiner Eselin zu widersprechen, wird es um so
schwieriger, wenn nicht unmöglich, den Anklagen des Allmächtigen
etwas zu erwidern.
(Der Steipler Gaon)
"Und Israel weilte in Schittim; da begann das Volk
Unzucht mit den Töchtern Moabs zu begehen." (25:1)
Weshalb führt die Tora den Namen des Ortes auf? Ist es wirklich
von Bedeutung, w o das Jüdische Volk dieser Unzucht nachging?
Der Name Schittim steht in enger Beziehung zum hebräischen
Wort mit der Bedeutung "zu wandern" (schatu). Es war
an diesem Orte, daß einige des Volkes das Lager für
einen "Tijul" - einen harmlosen Spaziergang verließen.
Einmal außerhalb ihres Lagers, trafen sie jedoch bald auf
die moabitischen Frauen. Da sie nur erwarteten, einen kurzen
Ausflug zu unternehmen, waren sie angesichts des großen
Maßes an Verlockungen, die ihre sittliche Haltung prüften,
völlig unvorbereitet.
Wir alle müssen uns bewußt sein, wohin wir gehen -
im physischen, wie im geistigen Sinne. Wir mögen mit einem
harmlosen Spaziergang durch "den sicheren Teil der Stadt"
beginnen und finden uns nach wenigen Abbiegungen mit einem Male
wehrlos im "schlechten Teil der Stadt" wieder.
(Nach Ohr HaChajim HaKadosch)
Haftora: Micha 5:6 - 6:8
Der Prophet tadelt das Volk für sein eigensinniges Verhalten,insbesondere
den verbreiteten Götzendienst betreffend. Wie haben sie
die unermeßliche Güte, die Haschem dem Jüdischen
Volk wieder und wieder offenbart hatte, vergessen können?!
Gedachten sie nicht der Wunder, mit denen Er ihre Vorväter
aus Ägypten erlöst hatte?! Erinnerten sie sich nicht,
wie Haschem Bileams Versuch, das Jüdische Volk zu verfluchen,
vereitelte, und stattdessen großen Segen verlieh!?
Der Midrasch lehrt uns ein sehr bedeutendes Konzept in der Beziehung
des Jüdischen Volkes zu seiner Führung und zu Haschem.
Der Prophet spricht im Namen Haschems: "Ich sende vor euch
Mosche,Aharon und Mirijam [euch zu führen]..." (Kapitel
6, Vers 4). Dies ist eine scharfe Kennzeichnung des Unterschiedes
zwischen Haschem, dem König des Universums, und einem irdischen
König von Fleisch und Blut. Schickt der letztere dem Volke
Repräsentanten, so trägt die Nation die Last der Verantwortung,
deren materielle Bedürfnisse zu befriedigen. Als Haschem
jedoch Mosche, Aharon und Mirijam als "drei Erlöser"
für das Jüdische Volk sandte, waren sie es, die für
das Volk sorgten. Manna kam im Verdienste Mosches, die Wolken
der Herrlichkeit als Aharons Verdienst, und die Quelle wurde um
Mirijams Gradheit willen gegeben.
Gedanken zu den Sprüchen der Väter:
Abschnitt 6
"Groß ist die Tora, denn sie verleiht Leben denen,
die ihre Lehren ausführen, in dieser Welt und in der zukünftigen
Welt."
Perkej Awos 6:7.
Es wird eher "ihre Lehren ausführen", als "lernen"
gebraucht, um uns des grundlegenden Ziels zu erinnern, daß
man lerne, um die Mitzwos der Tora Haschems auszuführen.
Ebenso wird die Idee übermittelt, daß es dem, der Tora
lernt, angerechnet wird, als hätte er die Weisheit der Tora
geschaffen, und er nennt sie sein eigen. Dieser Gedanke wird
von König David im ersten Psalm der Tehilim ausgedrückt,
wenn er davon spricht, daß es "Haschems Tora"
sei, bevor sie von einem gelernt wird, und "seine eigene
Tora," nachdem man sie gelernt hat. So bedeutet "ihre
Lehren ausführen" jene, die ihre Lehre sich zur eigenen
Schöpfung und ganz zu eigen gemacht haben.
Midrasch Schmuel
Written and Compiled by
Rabbi Yaakov Asher Sinclair
General Editor:
Rabbi Moshe Newman
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HTML Design:
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